Textilkürzel von A bis Z: Was CO, PES & Co. auf dem Etikett bedeuten
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Du hältst dein neues Lieblingsteil in den Händen, drehst das Etikett um – und liest: 80 % CO, 18 % PA, 2 % EL. Klingt wie ein Geheimcode? Ist aber in Wahrheit ein international genormter Schlüssel, der dir verrät, woraus dein Kleidungsstück wirklich besteht.
Diese Kürzel sind kein Zufall: Sie folgen festen Normen – unter anderem den ISO-Standards und der EU-Textilkennzeichnungsverordnung – und gelten weltweit. Sie zeigen dir auf einen Blick, ob du eine pflegeleichte Kunstfaser, eine edle Naturfaser oder eine nachhaltige Regeneratfaser vor dir hast. Genau das hilft dir beim Kauf, bei der Pflege und beim bewussten Konsum.
In unserem großen Überblick entschlüsselst du jedes Kürzel im Handumdrehen. Tippe einfach ein Kürzel, eine Faser oder einen Markennamen in die Suche – oder filtere nach Faser-Familie. Von CO bis ZS, von Baumwolle bis Elastan.
Ratgeber · Material
55 Kürzel
Pflanzliche Naturfaser aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze. Hautfreundlich und saugfähig – der Klassiker für Alltagsmode und Heimtextilien.
Pflanzliche Naturfaser aus dem Stängel der Flachspflanze. Kühlend und reißfest – ideal für Sommerkleidung.
Pflanzliche Naturfaser aus dem Hanfstängel. Sehr reißfest und robust, beliebt für ökologische Mode und Taschen.
Pflanzliche Naturfaser aus den Stängeln der Jutepflanze. Grob und fest – typisch für Säcke und Dekostoffe.
Pflanzliche Naturfaser aus einer Brennnesselart. Reißfest und glänzend, meist in Mischgeweben.
Pflanzliche Naturfaser aus Agavenblättern. Besonders robust – vor allem für Seile und Teppiche.
Pflanzliche Naturfaser aus der Kokosnussschale. Grob und fest, für Matten und Polsterungen.
Pflanzliche Naturfaser aus den Samen des Kapokbaums. Sehr leicht und wasserabweisend – ideal für Polster und Kissen.
Pflanzliche Naturfaser aus einer Hibiskusart. Zäh und fest, vor allem für technische Anwendungen.
Pflanzliche Naturfaser aus Agavenblättern. Grob und widerstandsfähig – für Seile, Matten und Gewebe.
Pflanzliche Naturfaser aus dem Halfa-/Espartogras. Wird u. a. für Papier und grobe Gewebe genutzt.
Pflanzliche Naturfaser aus der Fiquepflanze (Agavenart). Grob und strapazierfähig, für Seile und Taschen.
Tierische Naturfaser vom Schaf. Warm, elastisch und feuchtigkeitsregulierend – für Pullover, Mäntel und Decken.
Wolle, die direkt vom lebenden Schaf gewonnen wird – besonders hochwertig. Warm und elastisch.
Tierische Edelfaser von der Kaschmirziege. Extrem weich und warm – der Luxus-Klassiker für Pullover und Schals.
Tierische Edelfaser von der Angoraziege. Seidig glänzend und leicht – für edle Strickwaren und Mäntel.
Tierische Edelfaser vom Angorakaninchen. Sehr leicht und warm, häufig in Winterstrick.
Tierische Naturfaser vom südamerikanischen Lama. Warm und weich, für Wintermäntel und Strickwaren.
Tierische Naturfaser vom Alpaka. Besonders weich und wärmend, dabei leicht und feuchtigkeitsregulierend.
Tierische Edelfaser vom Kamel (Kamelhaar). Sehr warm und leicht – für hochwertige Mäntel und Decken.
Die seltenste Edelfaser, vom Vikunja aus den Anden. Außergewöhnlich fein und weich – absoluter Luxus.
Tierische Edelfaser vom südamerikanischen Guanako. Sehr weich und warm, in exklusiven Wollstoffen.
Tierische Naturfaser vom Yak aus Hochgebirgsregionen. Sehr warm und weich, für Winterkleidung.
Kaninchenhaar – weich und warm, meist als Zierbesatz an Kleidung und Accessoires.
Tierische Naturfaser verschiedener Ziegenarten. Für Mischgewebe oder als Edelhaar wie Kaschmir und Mohair.
Tierische Naturfaser aus dem Fell von Rindern. Grob und fest – für technische Textilien und Polster.
Tierische Naturfaser aus Mähne und Schweif von Pferden. Zäh und elastisch, für Polster, Pinsel und edle Gewebe.
Tierische Naturfaser aus den Kokons der Seidenraupe. Natürlicher Glanz und edler Fall – für Kleider und Blusen.
Wildseide aus den Kokons wilder Seidenspinner. Matter und gröber als Maulbeerseide.
Halbsynthetische Faser aus regenerierter Zellulose. Weich und saugfähig – für Blusen, Kleider und Futterstoffe.
Halbsynthetische Faser aus Buchenholz-Zellulose. Besonders weich und formstabil – für Unterwäsche und Shirts.
Halbsynthetische Faser aus Holz-Zellulose, im umweltschonenden Lösungsmittelverfahren hergestellt. Weich und nachhaltig.
Halbsynthetische Faser aus Baumwoll-Linters. Atmungsaktiv und glatt – ideal für Blusen, Kleider und Futter.
Faser aus Zelluloseacetat mit seidigem Glanz – häufig für Futterstoffe und Abendmode.
Mit Acetat verwandt, jedoch formstabiler und pflegeleichter – knitterarm und gut waschbar.
Pflanzliche Zellulose als Ausgangsmaterial für Fasern wie Viskose oder Lyocell. Selten als reine Textilfaser.
Synthetische Faser auf Erdölbasis. Pflegeleicht und strapazierfähig – sehr vielseitig für Sport-, Freizeit- und Arbeitskleidung.
Synthetische Faser, besonders reißfest und elastisch. Aus der Sport- und Freizeitmode nicht wegzudenken.
Hochelastische Synthetikfaser, die Stoffen Dehnbarkeit verleiht. Sorgt für perfekten Sitz in Jeans, Sport- und Bademode.
Leicht und warm, häufig als Wollersatz für Pullover, Mützen und Decken.
Flammhemmende Synthetikfaser – für Schutzkleidung, Polster und Kunsthaar.
Wasserabweisend und leicht – in Funktionskleidung, Taschen und Filterstoffen.
Sehr leicht und chemikalienbeständig, hauptsächlich für technische Textilien.
Dehnbar und widerstandsfähig – für Stretchstoffe und Kunstleder.
Strapazierfähig und wasserfest – für Regenkleidung, Kunstleder und Planen.
Wasserlösliche Synthetikfaser, meist als Hilfsfaser in Technik und Medizin.
Hochleistungsfaser, besonders hitzebeständig – vor allem für technische Textilien.
Polytetrafluorethylen – extrem hitze- und chemikalienbeständig, für Schutz- und Outdoor-Textilien.
Hochleistungsfaser, extrem reißfest und hitzebeständig – für Schutz- und Sicherheitskleidung.
Elastische Faser aus Natur- oder Synthesekautschuk – für Bündchen, Raffungen und technische Textilien.
Metallische oder metallbeschichtete Fasern. Gold- und Silberfäden verleihen Glanz (z. B. Lurex).
Carbonfaser – extrem fest und leicht, für technische Hochleistungstextilien und Verbundstoffe.
Hitzebeständig und stabil – für technische Textilien und Verbundwerkstoffe.
Sammelbezeichnung für Fasern, die nicht einzeln aufgeführt sind.
Nicht näher spezifizierte Faserzusammensetzung – typisch für Mischgewebe.
Jedes Kürzel lässt sich einer von vier großen Familien zuordnen. Wenn du die kennst, verstehst du sofort, was ein Stoff kann – und wie du ihn behandeln solltest.
Pflanzliche Naturfasern. Baumwolle (CO), Leinen (LI) oder Hanf (HA) werden aus Pflanzen gewonnen. Sie sind atmungsaktiv, hautfreundlich und angenehm zu tragen – ideal für Alltag und Sommer.
Tierische Naturfasern. Wolle (WO), Schurwolle (WV), Seide (SE) oder Kaschmir (WS) stammen vom Tier. Sie wärmen, regulieren Feuchtigkeit und stehen für edlen, hochwertigen Griff.
Regenerat- bzw. halbsynthetische Fasern. Viskose (CV), Modal (CMD) und Lyocell (CLY) werden aus natürlicher Zellulose hergestellt, aber industriell verarbeitet. Der fließende, weiche Mittelweg zwischen Natur und Technik.
Synthetische Fasern. Polyester (PES), Polyamid (PA) und Elastan (EL) entstehen auf Erdölbasis. Sie sind pflegeleicht, strapazierfähig und sorgen für Stretch und Funktion – vom Sport-Outfit bis zur perfekt sitzenden Jeans.
Ein paar Abkürzungen begegnen dir auf fast jedem Etikett. CO steht für Baumwolle (auf manchen Etiketten auch das deutsche Kürzel BW), PES für Polyester, PA für Polyamid (besser bekannt als Nylon), CV oder VI für Viskose und EL für Elastan – die Stretchfaser hinter den Markennamen Lycra und Spandex. Bei den edlen Teilen lohnt der Blick auf WO (Wolle), WV (Schurwolle) und SE (Seide).
Hinter den paar Buchstaben auf deinem Etikett steckt eine ganze Welt aus Fasern und Funktionen. Wer sie lesen kann, kauft bewusster, pflegt richtig und hat länger Freude an seinen Lieblingsteilen.
Du möchtest noch tiefer in die Welt der Textilien eintauchen? In unserem Stoff-Ratgeber mit 65 Stoffarten erklären wir dir jede Stoffart im Detail.
CO steht für Baumwolle (von englisch cotton). Manche Hersteller nutzen stattdessen das deutsche Kürzel BW – gemeint ist immer dieselbe pflanzliche Naturfaser.
WO bezeichnet Wolle allgemein. WV steht für Schurwolle, also Wolle, die direkt vom lebenden, frisch geschorenen Tier stammt und als besonders hochwertig gilt. WV ist sozusagen die Premiumstufe von WO.
Nicht ganz – aber auch keine reine Naturfaser. Viskose zählt zu den Regenerat- bzw. halbsynthetischen Fasern: Sie wird aus natürlicher Zellulose gewonnen, dann aber industriell aufbereitet. Daher fühlt sie sich oft seidig an, ist aber günstiger als echte Seide.
EL (auch EA) steht für Elastan, die hochelastische Stretchfaser. Lycra® und Spandex sind lediglich Markennamen für genau dieselbe Faser – chemisch gibt es keinen Unterschied.
Ja. Tencel™ ist ein Markenname der Firma Lenzing für deren Lyocell-Faser (Kürzel CLY). Auf dem Etikett darf nur die Faserbezeichnung „Lyocell“ stehen, nicht der Markenname – gut zu wissen beim nächsten Einkauf.
Weitgehend ja. Die Abkürzungen sind genormt (u. a. nach ISO und der EU-Textilkennzeichnungsverordnung) und werden europa- und weltweit einheitlich verwendet. Deshalb funktioniert unser Überblick auch, wenn du im Urlaub einkaufst.
Manchmal braucht eine Story mehr, als ein Foto zeigen kann. Einzelne Bilder in diesem Artikel wurden daher mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellt – kuratiert, inspirierend und immer im Geist von Wear your Story. Die mit KI erstellten Motive sind direkt am jeweiligen Bild gekennzeichnet.