Es ist der Trend schlechthin für alle, die im Herzen Hippies sind. Romantisch, naturverbunden, idealistisch und unkonventionell – das zeichnet den Boho-Look aus.
Der Name des Looks stammt übrigens vom französischen Wort „Bohème“ und bedeutet ursprünglich „Zigeuner“. Man benutzte dieses Wort abwertend, wenn es um das sogenannte „fahrende Volk“ ging, die mit ihren bunt bemalten Wagen und bunten Kleidern schon seit Jahrhunderten am Rande der Gesellschaft standen. In den 1960ern und 70ern bezeichnete man mit dem Begriff „Bohème“ jedoch eine Subkultur aus tendenziell linksliberalen Intellektuellen, die sich eben „zigeunerhaft“ benahmen, wie man annahm. Frauen wie Simone de Beauvoir, die Vordenkerin des modernen Feminismus, zählte man beispielsweise zur Bohème.
Nachhaltig, kulturell vielseitig und romantisch – das macht den Boho-Look aus
Bohèmiens, das waren immer schon die Unangepassten, die Künstler, die Idealisten, die Romantiker – eben die Vorläufer der Hippie-Bewegung. Heute steht der Begriff „Bohemian“ für einen unkonventionellen, unangepassten und künstlerischen Lebensstil – und für die dazu passende Mode. Denn wie jede Subkultur hatten auch die Bohèmiens und die Hippies ihren ganz eigenen Signature-Look: Sie sammelten ihre Kleider und Accessoires aus Flohmärkten und fernen Ländern, ließen sich von verschiedenen Kulturen inspirieren und ließen all das in ihren Look einfließen. Die heutige Boho-Fashion tut genau dasselbe: Ob Ethno-Look, Hippie-Look oder Boho-Look – gemeint ist dasselbe: Eine bunte Mischung aus unterschiedlichsten Pieces, die alle vor allem eines verströmen: Lebensfreude. Dabei sind diese drei Merkmale beim Boho-Look besonders wichtig:
Naturmaterialien
Eines der Merkmale des Boho-Looks sind vor allem Naturmaterialien. Ob Leinen, Seide, (Öko-) Baumwolle oder Bast – wichtig ist hier vor allem Hochwertigkeit. Boho, das bezeichnet nicht nur eine Moderichtung, es ist vor allem eine Lebensart und die legt Wert auf Nachhaltigkeit. Dementsprechend besteht der Boho-Chic oft auch aus Second-Hand-Kleidung aus dem Thrift-Store und/oder aus fair-trade-Kleidern.
Verbundenheit zu anderen Kulturen
Ein weiteres Merkmal des Boho-Looks ist seine Diversität. Echte Bohèmiens interessieren sich für andere Kulturen und lassen deren traditionelle Merkmale in ihren eigenen Look miteinfließen. Ob bestickte Blusen, wallende Kimonos oder ausladende Kleider – der Boho-Look ist immer auch eine Mischung aus vielen Ethno-Elementen.
Romantik pur
Und das dritte Merkmal? Ganz klar, der Boho-Chic ist der vielleicht romantischste Look schlechthin. Lag der Fokus in den 1970ern eher auf Unangepasstheit, wird der Boho-Style heute wesentlich dezenter gelebt als früher. Und eben auch romantischer: Fließende Kleider in natürlichen Farben, dazu ein wenig Spitze, ein paar Ethno-Muster und jede Menge Vintage-Schmuck – fertig ist der Boho-Look.
So stylst Du den Boho-Look richtig
Der Boho-Style ist so individuell wie seine Trägerin, doch es gibt einige Key-Elemente, die immer funktionieren:
Maxikleider: Luftige Maxikleider in Weiß oder Erdtönen zählen zu den wichtigsten Boho-Keypieces. Mit Jeansjacke und Römersandalen entsteht ein entspannter, femininer Look.
Jeans-Shorts: Jeans-Shorts sind ein vielseitiger Boho-Klassiker und harmonieren besonders gut mit floralen Blusen, Tuniken oder lockeren Tops.
Stickerei & Spitze: Ethno-Stickereien, Spitze und Häkeldetails verleihen Outfits die typische Boho-Ästhetik und sorgen für einen handgefertigten Charakter.
Taschen: Bestickte Taschen, Basttaschen oder Modelle mit Fransen setzen selbst schlichten Looks sofort ein Boho-Statement.
Schmuck & Hüte: Layering-Schmuck aus Metall und Naturmaterialien gehört ebenso dazu wie Strohhüte, Filzhüte oder Haarbänder im 70s-Stil.
Schuhe: Flache Ledersandalen, Ankle Boots, Clogs oder Cowboystiefel in Naturtönen ergänzen den Look besonders authentisch.
Make-up: Natürliches Make-up mit gebräunter Haut, dezenten Beerentönen und sanftem Glow unterstreicht die entspannte Boho-Ausstrahlung.
Fransen: Jacken, Westen oder Taschen mit Fransen verleihen dem Look Bewegung und einen Hauch Festival-Flair.
Tuniken & Kimonos: Fließende Tuniken und gemusterte Kimonos sind ideale Layering-Pieces und gehören zu den beliebtesten Boho-Essentials.
Der Boho-Look ist ein klassischer Festival-Look. Doch er ist auch alltagstauglich. Ob im Office, in der Uni oder in der Freizeit – Boho geht eigentlich immer, denn der Look ist mehr ein Lebensgefühl, als eine Moderichtung und so lassen sich auch einzelne Elemente ganz nach Lust und Laune miteinander kombinieren.
Als Faustregel im Alltag gilt: Maximal ein Boho-Piece sollte mit neutralen Teilen wie einfarbigen Blusen, Shirts oder Hosen kombiniert werden.
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Styling Do`s & Don`ts für den Boho-Look
Dos
Setze auf natürliche Materialien wie Leinen, Baumwolle, Häkelstoffe oder Wildleder.
Kombiniere fließende Silhouetten mit Ethno-Prints, Stickereien oder Spitze.
Trage Schmuck im Layering-Look für eine entspannte Boho-Ausstrahlung.
Wähle warme Naturtöne, Erdfarben und sanfte Muster.
Arbeite mit Fransen, Kimonos oder Maxikleidern als charakteristische Keypieces.
Don'ts
Vermeide zu viele auffällige Muster und Statement-Pieces gleichzeitig.
Setze nicht auf steife, stark strukturierte oder sehr formelle Schnitte.
Verzichte auf zu viel Glitzer, Glamour oder Business-Elemente.
Überlade den Look nicht mit Schmuck und Accessoires.
Kombiniere Boho-Pieces nicht wahllos – der Look lebt von einer harmonischen, entspannten Gesamtwirkung.
Du fragst, wir antworten – häufige Fragen zum Boho-Styling
Wie trage ich den Boho-Look, ohne wie auf einem Festival auszusehen?
Der Schlüssel liegt in der Balance. Kombiniere ein oder zwei typische Boho-Pieces wie eine bestickte Bluse oder einen Kimono mit modernen Basics und hochwertigen Accessoires, um den Look urban und erwachsen wirken zu lassen.
Wie kombiniere ich Boho- und Western-Elemente stilvoll?
Cowboystiefel, Wildlederjacken oder Gürtel mit markanter Schnalle ergänzen den Boho-Stil perfekt. Wichtig ist, den Fokus auf wenige Western-Elemente zu legen, damit der Look harmonisch bleibt.
Wie kombiniere ich mehrere Muster, ohne dass es overdressed wirkt?
Die Faustregel im fortgeschrittenen Boho-Styling ist Skalenwechsel statt Farbwechsel. Ein großflächiges Paisleymuster lässt sich gut mit einem kleinteiligen Ikat- oder Streifenmuster kombinieren, solange die Farbpalette zusammenhält (etwa erdige Töne plus ein Akzent). Drei Muster sind meist die Obergrenze, wobei eines davon eher textural sein sollte (Strick, Häkel, Fransen) statt grafisch.
Welche Boho-Subgenres gibt es, und wie unterscheiden sie sich stilistisch?
Man unterscheidet grob zwischen Gypset (luxuriöser, reisegeprägter Boho mit Kaftanen und Seide), Festival-Boho (auffälliger, mit Fransen und Print-Mix), Prairie- oder Cottagecore-Boho (Puffärmel, florale Muster, viktorianisch angehauchte Schnitte) und Desert- oder Western-Boho (erdige Töne, Fransenjacken, Stiefeletten). Die Wahl des Subgenres bestimmt maßgeblich Farbpalette und Accessoire-Auswahl.
Wie pflege und stylet man typische Boho-Materialien wie Häkelware oder bestickte Stoffe richtig?
Häkelteile sollten flach getrocknet werden, um die Form zu erhalten, und bestickte Stoffe idealerweise von links gewaschen werden, um die Fäden zu schonen. Beim Styling helfen leichte Unterlagen (Slips, Cami-Tops) bei halbtransparenten Häkel- oder Spitzenteilen, um den Look hochwertiger statt durchsichtig wirken zu lassen.
Lässt sich Boho nachhaltig und saisonunabhängig gestalten?
Da der Stil traditionell auf Second-Hand-Funden, Vintage-Stücken und handwerklicher Fertigung basiert, eignet er sich gut für eine Capsule-Wardrobe-Logik. Schlüsselteile wie ein gutes Lederjacke-Pendant, ein vielseitiger Kaftan oder eine hochwertige Fransentasche lassen sich über Jahre hinweg neu kombinieren, statt jede Saison neu gekauft zu werden.
Zwischen Bild und Geschichte
Manchmal braucht eine Story mehr, als ein Foto zeigen kann. Einzelne Bilder in diesem Artikel wurden daher mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellt – kuratiert, inspirierend und immer im Geist von Wear your Story. Die mit KI erstellten Motive sind direkt am jeweiligen Bild gekennzeichnet.





